Kenombia

Fahrradtour in Kolumbien

Auf und ab auf unbefestigten Wegen.

So jetzt lass ich, Maxi, auch mal wieder was von mir hören.
Als erster Teil der Radtour wurde erst einmal das Fahrrad mit einem Gepäckträger und extra Querverstrebungen gepimpt, damit ich meinen Rucksack drauf befestigen kann. Danach gings dann auch direkt los. Bis ich ganz Bogota durchquert hatte vergingen Stunden und auch der erste Platte lies nicht lange auf sich warten. Beim Versuch den Schlauch zu wechseln ist mir dann leider auch aufgefallen das das Rad überhaupt keinen Schnellspanner hat und nen Maulschlüssel hatte ich natürlich auch nicht dabei. Zum Glück könnte mir da recht fix ein weiterer Radfahrer aushelfen und es ging weiter. Übernachten konnte ich dann glücklicherweise bei einer Bar, da überall Privatgrundstücke mit ziemlich unfreundliches Hunden waren. Da wurde mir sogar essen ins Zelt gebracht :)
Der nächste Tag führte mich dann in die Berge. Je katastrophalen, sowie steilen Wege und ein bisschen Übermut führten wohl dazu dass ich mich ein wenig übernommen hab. Am höchsten Punkt führte es mich dann erneut ins Paramo, wo ich von einem Riesen Gewitter und den schlechtesten Wegen überhaupt überrascht wurde. Pitschnass hab ich mein Zelt dann auf 3.400m aufgebaut. Da mein Schlafsack leider nicht für die Temperaturen in der Höhe ausgelegt ist müsste ich mich wohl oder übel auf eine kalte Nacht einstellen und meinen Backpack als zweiten Schlafsack für die Füße verwenden. Wirklich viel gebracht hat das glaub ich nicht, aber die Erschöpfung des vorherigen Tages hat mir doch ein paar Stunden Schlaf beschert. Belohnt wurde ich dann mit einen fantastischen Sonnenaufgang, der das ganze zumindest teilweise entschädigte.
Am nächsten Tag hab ich dann nochmal ne Menge Kilometer abgespult und bin abends in Duitama angekommen, wo ich couchsurfen war. Ana und Leo sind zwei super liebe Menschen, die mir viel in der Gegend gezeigt haben. Am nächsten Abend sind wir mit ihren Freunden in einer Bar gewesen die echt faszinierend war. Da in typischen kolumbianischen Familien die ganze Familie zusammen wohnt, fehlt der Freiraum sich mit Freunden zu treffen. Dafür bieten die Bars dann eine Vielzahl unterschiedlicher eingerichteter Räume, um Zeit mir seinen Freunden zu verbringen.  
Nach einem ausführlichen Frühstück starte ich in den Abschnitt nach San Gil, der mit einem soliden 1000m anstieg begann. Auch hier haben mich die schlechten Wege bei der Abfahrt leider stark ausgebremst, sodass ich am nächsten Tag in San Gil ankam. Die Natur in der Gegend ist super schön. Viele Vögel und dichter Wald. Als Extremsport Hauptstadt Kolumbiens konnte ich mir das Rafting auf der Rio Suarez mit Stromschnellen der Stufen 4 und 5 natürlich nicht verkneifen. Die Stromschnellen haben echt für Nervenkitzel gesorgt, aber mir war die ganze Tour ein wenig zu langsam und mit zu vielen Pausen. Ich hätte mich lieber richtig ausgepowert aber meine Crew im Boot war so glaube ich leider schon ganz gut ausgelastet. Naja Spaß hats trotzdem gemacht.
Um am nächsten Tag pünktlich zum Paragliding im Chicamocha Canyon zu sein startete ich erneut zum Sonnenaufgang und würde durch fehlende Straßen leider weit zurück geworfen so dass ich umkehren und doch über die Hauptstraße fährst müsste. Zeitlich ging sich dass dann aber alles noch aus. Zum Paragliding kann ich nur sagen: Wow! Was für ein Blick in den riesigen Canyon. Genau in den Canyon bin ich dann im Anschluss die Serpentinenstraße runtergeknallt. Da runter meistens auch wieder hoch bedeutet gings danach in einem Bachtal wieder für Stunden bergauf. Kurz vor meinem Ziel, Bucaramanga, ereilte mich dann das ständige Sorgenkind, mein platter Hinterreifen. Zweimaliges wechseln brachte leider nichts, sodass ich glücklicherweise von zwei deutschen und ihrem Van mit zu ihrem Campingplatz genommen wurde, wo ich die Nacht verbrachte.
Frühs hab ich mich mit meinem Cochsurfinghost getroffen und einen Tag in Bucaramanga verbracht, wo sich nachmittags leider die ersten Anzeichen einer Krankheit zeigten, die mich ab dem  Abend dann ständig aufs Klo geschickt hat. Die Pläne weiterzufahren waren somit erstmal auf Eis.
Da ich noch zwei Tage zum erholen gebraucht habe und und der nächste Teil der Strecke erst einmal 3 Tage Autopista im Tal vom Rio Magdalena bedeutete, hab ich nich dazu entschieden mit dem Nachtbus nach Medellin zu fahren.
Hier hab ich noch weitere Fahrradtouren gemacht und noch einen Tag im Parque Arvi verbracht.
Jetzt steh ich grad im Flughafen und fliege mit einer XXX nach Bahia Solano an die Pacific Küste, wo ich zwei Wochen in einem Hostel in El Valle volunteere. Schaut euch das auf jeden Fall mal an der Karte an ;) Ob es Internet gibt weiß ich nicht, aber definitiv jede Menge Zeit zum surfen und viel unberührte Natur.

Maxi

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Bemerkungen :

  • user
    David Bork 10/12/2019 um 22:50
    Wühli Wühli wuuuui! Lass dich von nichts aufhalten mein wuschiger Freund 😃
    Wie man in Frankreich immer sagt: sacrebleu
    Dein Doof

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