Kenombia

Natur Pur vs Großstadtwahnsinn

Nach einer Matschs Schlacht bei den Vulkanen folgt die Großstadt Bogotá

Frühs machten Alex und ich uns dann direkt auf Richtung Salento. Aufgrund eines Erdrutsches, nachdem erstmal die Straße geräumt werden musste, haben wir für die ersten 20km geschlagene 5h gebraucht. Zum Glück wäre der Bus nach Salento ohne uns Gringos so gut wie leer gewesen und hat deshalb gewartet. Dort angekommen haben wir nur noch gegessen, Proviant für die Wanderung gekauft und sind früh ins Bett. Um 6 standen wir dann auf der Matte und haben uns einen Jeep mit zwei Franzosen und einer Kolumbianerin in das Cocora Valley geteilt. Wir beide mit großem Rucksack inklusive Campingausrüstung, die anderen nur mit sneakers. Aber wir hatten alle das selbe Ziel. Als mir die Franzosen jedoch von einem Pool auf der ersten Hütte, welche auf 3,800m liegt, erzählt haben wurde ich schon ein wenig stutzig. Naja.
Auf 2300m fing dann unsere Weg an und schlängelte sich durch das Cocora Valley mit seinen bis zu 60m hohen Waxpalmen bis er in dichtem Jungle überging. Nach knapp 3-4 kamen wir an Estrella de La Agua an, welcher als letzter Umkehrpunkt gilt, falls man nur eine Tageswanderung machen möchte. Die vier Argentinier die uns dort entgegen kamen haben die drei anderen dann lautstark überzeugt dass sie mit ihren Sneakern auf keinen Fall weiter gehen können. Nach einem kurzen Telefonat stellte sich dann auch raus dass sie ein anders Hostel mit dem selben Namen gebucht haben und sind umgekehrt. Zum Glück muss ich sagen, weil der Weg war eine totale Katastrophe. Überall kniehoher Matsch den es zu umgehen galt. Ich hab mich dabei glücklicherweise deutlich besser angestellt als Alex, der nach kürzester Zeit von oben bis unten voller Matsch war. Das ganze wirkte sich dann leider auch auf seine eh schon relativ langsame Wandergeschwindigkeit, wie auch auf seine Laune aus. Insgesamt haben wir dann knapp 9 Stunden für die 20km bei 1600 Höhenmetern gebraucht. Dafür wurden wir aber mit einer Unglaublichen Landschaft, dem sogenannten Paramo, belohnt. Ein bisschen wie auf einem Alien Planeten. Untergekommen sind wir in einer Finca und wurden dort einfach aber köstlich bekocht.
Den nächsten Morgen startete ich dann alleine und hab mich auf den Weg zu einem Gletschersee gemacht. Trotz besten Sonnenschein ist ein Bad auf 4000m doch ganz schön kalt! Daraufhin folgte der Aufstieg auf den Vulkan El Tolima, bei dem bei ca 4500m leider Schluss war, weil die Sicht gegen 0 ging. Aus heiterem Himmel ist mir dann aber noch ein riesiger Vogel (vielleicht kann unser Vogelexperte Peter ihn näher identifizieren) vor die Linse gekommen. Alles in allem ein geiler aber auch anstrengender Tag.
Nach noch einer Nacht in der Finca gings am nächsten Tag um 6 wieder nach unten.
Wir hatten echt unglaublich Glück mit dem Wetter. Es hat immer erst angefangen zu regnen, wenn wir fast in der Finca waren und die Tage vor unserem Aufstieg müssen wohl grauenhaft gewesen sein. Daher wohl auch der Matsch ;)
Da sich mein Couchsurfing Host nicht mehr gemeldet hatte, hab ich kurzerhand den Nachtbus nach Bogota genommen, wo ich frühs von Carlos abgeholt wurde. Carlos arbeitet in dem Projekt, mit dem ich in meiner Bachelorarbeit zu tun hatte. Seit einigen Tagen bin ich jetzt bei ihm und lass es mir hier gut gehen und schaue mir den Großstadtwahnsinn an. Da Carlos in einem Arbeiterviertel wohnt bin ich hier der einzige Gringo weit und breit und dank des katastrophalen Public Transport dauert es gut und gerne eine Stunde ins Zentrum. Über die Tage hab ich jetzt dich einiges gesehen und auch das Leben in einer kolumbianischen Familie hat mir gut gefallen.
Zuletzt hab ich mir in den Kopf gesetzt meine Reise zurück nach Medellin mit dem Fahrrad fortzusetzen. Jetzt bin ich stolzer Besitzer eines gebrauchten Fahrrads und schau mal wie das Fahrradfahren in den Anden so ist.
Die ersten Kilometer hab ich hinter mir aber dazu später mehr...

Maxi

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