Kenombia

Los lugares de Medellín

Einige der schönsten Orte in Medellín, und ein Streik an den beiden öffentlichen Unis der Stadt

Die Metro in Medellín ist top, wenn nicht gerade Rushhour ist

Diese Kanäle ziehen sich durch die gesamte Stadt

Die Aussicht vom Cerro el Volador und die Piste 20 des Aeropuerto Olaya Herrera

Eine "Sombrerería" im Centro

Bauernhöfe in den Bergen vor Medellín

Peter-Pombo, wie geht es und wie steht es?

In der letzten Woche hatte ich wieder öfter mal die Zeit, ein paar neue Orte in Medellín zu entdecken. Und ich bin auf eine besondere Leckerei gestoßen: Arequipe. Ich war mal wieder im Centro, und habe die Highspeed-Busroute von Medellín ausprobiert. Allgemein ist der Nahverkehr hier mit den Seilbahnen und der Metro topmodern und súper gemacht, so hat diese Buslinie ihre eigene "Autobahn" durch einen Teil der Stadt, und die Busse sind Hightech und nicht so stinkig wie die lauten, deutlich kleineren Stadtbusse. Diese Fahrt führte mich dann zum Campus der Universidad de Antioquia, der zweiten staatlichen Universität in Medellín, die als deutlich cooler und hipper gilt als die Universidad Nacional. Auf dem Rückweg war dann schon die Sonne untergegangen, und ich musste durch ein paar unschöne Viertel. Dort sah man ein paar Obdachlose, die sich kurzerhand auf dem Bürgersteig ihren Schuss setzten. Das konnte ich mir gerade noch bis nach Hause verkneifen und machte mich am nächsten Tag auf zum Cerro El Volador, ein gewaltiger grüner Berg mitten in der Stadt.

Eine Ruheoase mit einer traumhaften Aussicht auf fast ganz Medellín, da der Hügel sehr zentral gelegen ist, und trotzdem ein Ort, der durch seine Größe und den dichten Pflanzendschungel wunderbar schön und entspannend ist.
Auch hier hatte ich - mal wieder - einige Warnungen gehört, dass auf dem Berg viele Kriminelle lauern. Mit diesen Worten im Hinterkopf streifte ich einen dichten Trampelpfad bergauf, als plötzlich auf einer lichten Fläche mitten in der Wildnis etwa zehn (10!) Menschen auftauchten, die alle wenig Vertrauen erweckend aussahen. Ich ging zügig weiter, und obwohl ich alle Blicke auf mich zog, konnte ich unbehelligt höher Richtung Hügelgipfel laufen.
Dort angekommen war ich sehr begeistert über die buena vista. Der Berg liegt zudem direkt im Endanflug des Airports Olaya Herrera, dessen Landebahn mitten im Stadtgebiet liegt. Alles in allem ein wirklich toller Ort, an den ich sicherlich bald wiederkomme.

Dann zu der Leckerei: Ich habe neulich mal aus Hunger ein Pastel (süßes Brötchen) mit Arequipe bei einem Bäcker hier probiert. Arequipe ist eine Karamellsauce, die ist in etwa wie die karamellenen Kuh-Bonbons in flüssig und dementsprechend sehr verführerisch. Am nächsten Tag habe ich zufällig in einem Laden exakt diese Sauce in einer großen Tubenflasche, wie einen Trinkjoghurt, gefunden und die Karamellpampe daraufhin pur gesipped.

Und wo es solche Spezialitäten gibt, findet man auch manchmal weniger Leckeres. Als ich abends an einem Imbiss vorbeikam und mit einem Auge in die Koch-Ecke des Ladens sah, wurde ich Zeuge in einem heroischen Kampf gegen Lebensmittelverschwendung: Die Pommes und der Salat auf den Tellern der Familie, die nicht gut aufgegessen hatte, wurden kurzerhand recycelt, und auf den Teller für den nächsten Gast gelegt. Soviel Nachhaltigkeit war dann auch mir zuviel, und ich bestellte mein Abendessen beim nächsten Restaurant (welches das wahrscheinlich genauso macht, aber → Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß).

Und dann kam noch etwas, dass ich fast schon geahnt habe: Ein neuer Streik!!! Was schon im letzten Semester viele Wochen lang ging und der Grund dafür war, dass dieses Semester erst einige Wochen später losging, wird nun konsequent fortgesetzt.
Die Streiks, sowohl von Studenten, als auch von Professoren, finden statt aufgrund massiver Einschnitte in der Hochschulfinanzierung und der Praxis des kolumbianischen Staates, die in einem vorangegangenen Streik durchgesetzten Vertragsänderungen für Uni-Mitarbeiter nicht umzusetzen. Zusätzlich noch gegen eine ganze Reihe von Themen wie Polizeigewalt (die auch am letzten Donnerstag auf unserem Unigelände wieder mit Tränengas gegen Molotovcocktail-werfende Demonstranten vorging). Aber ansonsten ist es hier seehr ruhig ;-)
Da ich diese Missstände generell auch nicht akzeptieren kann, muss ich mich dem Streik natürlich anschließen und werde - auch aus Protest - für eine Woche in die etwa 400km südlich von Medellín liegende Stadt Cali und Buenaventura reisen. Nachdem ich heute von dem Streik erfahren hatte, wurde kurzerhand mit dem anderen Dresdner Niklas der Bus (Fahrtzeit 9h) gebucht, und morgen Nacht wird es dann losgehen. In Buenaventura gibt es ein paar sehr abgelegene Strände und Dschungel-Inseln, die nur per Schiff erreichbar sind. Ich bin mega gespannt auf die Reise und freue mich sehr darauf.
Du wolltest doch auch dieses Wochenende in den Nationalpark, wie ist es dort? Hast du wieder süße Mini-Elefanten entdeckt? Ich freue mich sehr darauf, das in Kürze von dir zu hören. Bis bald,

Jan

 

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Bemerkungen :

  • user
    Hanne 30/10/2019 um 12:52
    Hi, Jan, wie hast Du die Streikwoche verbracht? Gibt es Neuigkeiten? Lese immer gespannt mit... Das mit der "nachhaltigen Lebensmittelverwertung" ist ja wohl der Hammer!!! Laß' mal wieder von Dir hören! Viele liebe Grüße aus dem derzeit sonnigen, aber kalten Münster!

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