Kenombia

Hakuna Malaria

Uni und Unisport, Mensch und Tier, Insekt und Bakterium, Essen und Trinken, Spiel und Spaß.. einmal Queerbeet durch die letzten vier Wochen.

Niaje Dschingis Dschaaaaahn,

schön das du noch lebst bei deinen schönen meditativen Spaziergängen durch die Ghettos der Stadt :D Ich halte mich hier doch auf den belichteten Teilen der Stadt auf, es wird schnell seeehr eng, je weiter man von den Hauptstraßen abkommt..

Ja ich hatte mich auch schon gefragt woher die Schreibfaulheit kommt.. aber obwohl ich jetzt die letzten Wochenende seit des letzten Briefs keine großen Trips mehr unternommen habe, gehen die Tage hier vorbei wie nichts..

Neben der Uni, die noch am wenigsten Zeit in Anspruch nimmt, mache ich mittlerweile beim Unisport im  Schwimmen und Netball mit, in der Freizeit gibts noch Tischtennis und Laufen für den Marathon mit Lunis und es kommt wohl bald noch Rollball dazu, was so eine Mischung aus Inlineskating, Basketball und Handball ist...
Die Uni lässt sich schnell zusammenfassen: 4 mal in der Woche gibts ne Vorlesung, die von den Vorlesenden ebenso wenig vorbereitet wird, wie von den Studenten nachbereitet, weswegen quasi vor der Vorlesung nach der Vorlesung ist. Letzte Woche gabs die CATs (Zwischenexams, die innerhalb von 11 Uniwochen drei mal stattfinden...) die auch sehr angenehm waren.

Bei den Unisportarten hatten wir jetzt auch schon die ersten Competitions. Vorletztes Wochenende gabs ein Freundschaftsturnier im Nachbarcounty Kirinyaga, wo ich spontan von Viktor um halb 10 ausm Bett geklingelt wurde und grad genug Zeit hatte mir die Schuhe anzuziehen. Hatte dann leider meine Sonnencreme nicht dabei und bei 2 Stunden durchgehender Mittagssonne, wir hatten keine Auswechselspieler, haben dann auch die Kenianer gemerkt wie ich mich langsam aber sicher immer weiter verfärbt habe :P Hat sich aber dann auch gelohnt mit 20:9 und 24:1 Siegen. Hab sogar nen Korb geworfen, der natürlich extasiv gefeiert wurde.
Beim Schwimmwettbewerb letztes Wochenende war ich leider weniger erfolgreich. Erstmal wurde ich quasi dazu gezwungen 10 Gänge zurückzuschalten und statt geplant alle Disziplinen einemal durchzuschwimmen musste ich mich stark reduzieren. Dann wurde ich auch bei dem einen Rennen, bei dem ich dann tatsächlich teilgenommen habe, auch noch disqualifiziert! Da ich noch nie wirklich competitive geschwomme bin kannte ich die Regeln nicht. Meine Ellbogen dürfen beim Brustschwimmen wohl nicht aus dem Wasser gucken. Jajajaja jetzt kommt wieder: "Peter du kannst auch nuuuuuuur schummmeln" aber neeeein, ich schwöre ich wusste es nicht. War aber doch ganz lustig, ich hätte mich aber doch sehr gerne mit Faruk gemessen, ein Taita von der Kenianischen Küste, der gleich mit einer ganzen Delegation an Anhängern da ankam und das Turnier dominiert hat. Aber da er auch bei uns auf der Uni ist, werde ich dazu wohl nochmal ne Chance bekommen.. Und Lunis und ich haben uns dann noch einen echt entspannten Restsonntag gemacht mit gut Essen und Smoothies und einer kleinen Insektensammelrunde.

Die Gänge die ich zurückschalten musste, waren bedingt durch ein kleines Krankheitsintermezzo was ich nun auch mal erfahren durfte: Am letzten Dienstag sind Lunis und ich nach Nairobi gefahren um uns bei der deutschen Botschaft die Unterschrift für den Antrag für das Führungszeugnis beglaubigen zu lassen. Ich hatte sogar morgens noch ein CAT bin dann um 10 Uhr nach Nairobi gefahren. In Nairobi angekommen gings mir auch noch super, dort auf dem Weg hab ich dann langsam gemerkt, dass ich doch irgendwie nicht hundertprozent fit bin, aber echt nur sehr subtil. Doch das änderte sich dann relativ schnell und zwei Stunden später, fertig bei der Botschaft, kam schon ein leichter Schüttelfrost. Nach einer weiteren Stunde schon Richtung Matatu um schnell wieder nach Hause zu kommen, wurde mir langsam klar, dass ich die Dreistundenfahrt nicht so angenehm überstehen werde. So sind wir dann auch ins Krankenhaus gefahren. Dort natürlich erstmal zahlen um zum Doktor zu kommen.. Dann zahlen um Medikamente zu holen.. Dann zahlen damit einem die Nurse das Paracetamol spritzt.. Und plötzlich kam dann ne gaaaanz dicke Rechnung über umgerechnet 100 Euro um die Tests zu machen und sie auch noch ins Labor bringen zu lassen.. Nebenbei wurde mir gesagt, dass das Krankenhaus auch in ner Stunde zumacht und die Ergebnisse eh erst morgen gibt..
Das Paracetamol hat mich erstmal wieder ein bisschen secured, aber sind dann auch gleich zum nächsten Krankenhaus, dem einzigen 24-Stunden-Krankenhaus Nairobis. Dort natürlich auch erstmal zahlen.. nur langsam ging uns das Geld aus.. Und da half auch nicht, dass ich Mzungu bin (im Gegenteil unser Hausuniarzt, Titus, meinte, dass wir oooordentlich über den Tisch gezogen wurden und teilweise das 10-fache gezahlt haben). So konnten wir uns lange nicht mehr alles leisten, also haben wir Abstriche bei dem ein oder anderen Bluttest gemacht und auch den Arztbesuch hatte ich ja schon also habe ich den, inklusive der Auswertung der Tests durch den Arzt gestrichen. Also gezahlt, und ab mit den Tests..
Beim Warten gings mir dann plötzlich seehr schnell wieder seehr viel schlechter, sodass ich bald mit 41°C Fieber im Bett lag und mit Schüttelfrost, übelsten Gliederschmerzen und Krämpfen zu kämpfen hatte. Lunis hat sich ein Glück um alles drum und dran gekümmert.. Mussten zwischendurch für aaalles mögliche noch zahlen, sodass wir am Ende mit 6 Rechnungen hier rauskamen. Das ganze habe ich aber nicht mitbekommen, so schlimme Fiebersymptome hatte ich echt noch nie. Nebenan hat ne Frau schmerzerfüllt aufgeheult, wo mir Lunis später erzählt hat, dass ihr Mann auf dem Gang gestorben ist. Zwischenzeitlich haben sie sich in der Hochphase meiner Krankheit noch geweigert die Testergebnisse preiszugeben, weil wir ja nicht für den Arzt bezahlt haben..
Irgendwann kam dann Titus, der uns mit dem Embu-University-Krankenwagen nach Embu verfrachtet hat, weil eine Übernachtung in Nairobi Krankenhaus sage und schreibe 200-300€ plus 2.000€ Kaution IN BAR oder MPESA, gekostet hätte??? Welcher Kenianer das auch immer aufbringen könne, haben wir gefragt, doch es wurde dann nur ganz enttäuscht gefragt: "You won't deposit money here?" als wir auf dem Weg nach draußen waren...
In einer Rumpelfahrt gings dann zurück nach Embu, dort noch ne Nacht im Unieigenen Krankhaus und Antibiotika gings mir am nächsten Morgen schon sehr viel besser, dank der Hilfe echt vieler! Was es nun letztendlich war, wissen wir bis heute nicht so genau. Es war ein Bakterium (kein Malaria!), der eine Arzt meinte es wär von soner gestreiften Mücke, Titus meint von Essen oder Trinken..

Ansonsten mache ich immer mal wieder was mit n paar Leuten hier außerhalb der Uni, mal kochen, mal ne Kirche besuchen, oder einfach auch nen enspannten Abend mit paar Jungs. Dafür wird auch gerne mal bei nem Verleih nicht nur n Spiel und ne Playstation, sondern auch gleich mal der Fernsehr ausgliehen..
Mittlerweile bin ich auch Profi im Ugali kochen, das hier auch Kenianischer Kuchen genannt wird... Dazu gibts dann je nach Tribe Omele (winzig kleine Fische, bei den Luhos vom Lake Viktoria ganz beliebt), Kuku (Huhn besonders bei den Luyahs), Sukuma (Kohl) oder irgendeine Mchuzi (Sauce).
Deswegen werde ich wohl, wenn ich mich dafür entscheide hier noch ein wenig länger an der Uni zu bleiben, ab Dezember ein eigenes Apartement außerhalb des Campus holen..

Mit Miles mach ich auch weiter noch ein bisschen Musik, er hat sogar ein Album in Planung mal gucken, inwieweit ich da Einfluss nehme.. Aber meine Mundharmonika hat ihn auf jedenfall angefixxt :D

Am Donnerstag haben Lunis und Ich uns ein Auto gemietet, womit wir dann uns für ein paar Tage auf den Weg in den Meru Nationalpark machen..

Wir treffen uns ja gleich auf ein Rendevouz, dann können die Geschichten vielleicht noch ein wenig ausgeschmückt werden :P

Bis dann,
Parte after Parte!

 

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