Kenombia

Los pueblos y los barrios

Erlebnisse in den Dörfern Antioquias und den Stadtvierteln von Medellín.

Im Tal des Rio Cauca in Santa Fe

Ein Harfenspieler in Santa Fe

Auf einer Finca in den Bergen bei Jardín

Im Tal zwischen den etwa 2500m hohen Bergen liegt Jardín

Das Hostel in Jardín

Der Weg zur Höhle führt durch den Dschungel

Die Höhle mit Wasserfall und die Mutigen unserer Tour

Häuser in der Comuna 8

Die Aussicht auf die Stadt von der Comuna 8 aus, links die Seilbahn

Hola Peter! Lange nichts mehr gehört, ich denke bei dir ist, genauso wie bei mir, vieles zum Alltag geworden. Die Uni läuft, ich habe mit den drei Kursen unerwartet viel zutun und der Spanischkurs hat diese Woche auch angefangen. Von Montag bis Donnerstag habe ich die Clases (eine Mischung aus Vorlesungen und Übungen), und sonst bleibt Zeit für ein paar Trips ins Unbekannte.

So zum Beispiel nach Santa Fe de Antioquia, eine kleine Stadt 2h von Medellín entfernt. Dort war ich vorletztes Wochenende mit meiner "Standard-Reisegruppe" Yanniz und Niklas. Santa Fe hat viele Häuser im Stil der spanischen Kolonialzeit und einen lebendigen Marktplatz und einiges mehr. An dem kleinen Städtchen vorbei fließt der Rio Cauca, ein riesiges Flusstal aus Steinen und Geröll, das aussieht wie eine Mondlandschaft. Ich war mit den Füßen im Fluss, schwimmen wollte ich aufgrund der extremen Strömung lieber nicht.
Den einige km langen Rückweg ins Dorf sind wir aus Zeitmangel (und Faulheit) mit dem TukTuk gefahren. Auf halbem Weg war plötzlich eine Polizeikontrolle, was für unsere Fahrerin anscheinend Grund genug war, mitten auf der Straße - 100m vor der Polizei - erstmal anzuhalten. Warum sagte sie uns dann auch, sie hat nämlich keinen Führerschein (hat man irgendwie schon an der Fahrweise gemerkt, da hier aber alle komplett verrückt fahren, fiel das auch nicht weiter auf), trotzdem fährt sie schon seit einiger Zeit Leute mit dem TukTuk durch die Gegend. Also direkt vor der Polizekontrolle, seehr unauffällig, gewendet und ein Stück zurückgefahren. Nach kurzer Zeit kam dann ein Freund von ihr und fuhr uns weiter zum Ziel.
Dort angekommen, spielte am Straßenrand ein älterer Mann Harfe. Nach kurzem Gespräch musste ich dann auch mal spielen, was eine große Sensation für einige Dorfbewohner war. Am Abend gab es dann noch ein paar Crépes, dann ging es zurück nach Medellín.

Das Departmento um Medellín, Antioquia, ist etwa so groß wie Bayern und hat viele tolle Landschaften und Städte. Ein Wochenende später ging es mit der gewohnten Reisetruppe nach Jardín. Dort schlief ich eine Nacht im Hostel, was einer sehr katzen- und hunde-verrückten Dame gehört. Als wir am nächsten Tag zurückfuhren, ist uns ihr Hund bis zum Bus nachgelaufen und war nicht abzuschütteln. Später schrieb die Hostelbesitzerin uns verzeifelt, ob wir ihn gesehen hätten. Erst einen Tag später sollte er wohlbehalten zu der Frau und ihrem winzig kleinen Katzenbaby zurückkehren.
Aber erstmal zum Beginn der Reise. Da die Gegend sehr bergig ist, ist ein Teil des Städtchens mit einer (seehr alten klapprigen) Seilbahn zu erreichen. Die Sicht auf das Dorf und die umliegenden Berge ist hermoso. Am nächsten Tag ging es im Rahmen einer Tour mit 10 anderen Leuten in die Berge. Nach einem kleinen Mittagessen in einer Finca ging es über felsige und waldige Trampelpfade zu einer Höhle tief in den Bergen. Dort fließt das Gebirgswasser über einen Wasserfall in einen kleinen Höhlensee. Dort angekommen, habe ich dann (kurz) in dem kaum über 0° kalten Wasser gebadet. Hinterher war das ein super Gefühl, und nach einem entspannten Nachmittag im Dorf fuhr ich abends mit dem Bus 3h zurück nach Medellín, um am Montag um 8 Uhr gleich die erste Vorlesung zu haben.

Dort gehts um das Thema Prozessoren und Embedded Systems, ist gut machbar und sehr interessant. Habe wieder ein paar technische Ideen gehabt, ich kann das Entwickeln auch hier nicht sein lassen und habe mir einiges an Equipment besorgt. Im riesigen chaotischen Stadtzentrum von Medellín gibt es fast alles. Sogar elektronische Bauelemente sind dort an speziellen Märkten in vielen winzig kleinen Geschäften zu bekommen. Auch wenn das Centro als gefährlich und dreckig gilt, komme ich dort gerne (mit wenig Wertsachen in den Taschen) für einen Nachmittag hin und spaziere stundenlang durch das Gewusel. Das ist trotz der ganzen Geschäftigkeit ganz beruhigend und sehr meditativ.

Auch mit den vier Seilbahnstrecken, die Teil des Metro-Netzes sind und die Barrios an den Berghängen mit der Stadt verbinden, fahre ich gerne mal, ohne ein besonderes Ziel zu haben. Heute bin ich den Tag über in einem sehr armen Teil der Stadt gewesen, der Comuna 8. Anders als in der mittlerweile gut erschlossenen Comuna 13 mit den Graffiti-Wänden und Rolltreppen, ist hier alles sehr verwahrlost und wild. Es herrscht eine ganz andere Atmosphäre, eine etwas andere Welt. Ich kam mit einem Händler ins Gespräch, der mir ein paar Dinge über das Barrio erzählte. Manchmal war er etwas schwer zu verstehen, während wir uns unterhielten, stand der Kerl stockbesoffen in seinem Laden und hatte eine Fahne, die sicherlich noch bis nach draußen wahrzunehmen war.
Kurz vor Sonnenuntergang wollte ich diesen Teil der Stadt dann rechtzeitig verlassen, im Dunkeln sind Barrios wie die Comuna 8 noch deutlich gefährlicher. Die Leute dort leben von wenigen Euro pro Tag, da werden einige kriminell. Auch die Polizei ist in diesen Gegenden oft machtlos gegen die Gangs, an die oftmals jeder Laden eine Art Steuer zu entrichten hat. Als Gegenleistung werden die Einwohner des Barrios dann "freundlich" dazu angehalten, die Lebensmittel ausschließlich bei ihrem lokalen Händler (der dann entsprechend mehr Schutzgeld an die Gangs zahlen kann) zu kaufen. Support your local D̵e̵a̵l̵e̵r̵ Gang.

Gibts sowas bei dir auch? Zumindest die Krankenhäuser in Kenya hören sich ja sehr kriminell an...

Hasta pronto,
Dschaahn (So sprechen die meisten Kolumbianer meinen Namen aus...)

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Bemerkungen :

  • user
    Beate 15/10/2019 um 07:49
    Hi Jan, habe gestern von Deiner Mutter den Link erhalten. Lese mit. Wuensche Dir auf jeden Fall eine tolle und lehrsame Zeit. Teile den Link auch mit allen Nichten und Neffen. Holland is watching:-), Gruss, Beate

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