Kenombia

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..und mir soll noch einer mal sagen, ich wäre unorganisiert..

Oioioi, das sind ja gefährliche Gefielde in denen du dich da rumtreibst.. wurden da bei Narcos nicht auch die Dreharbeiten durch Drohungen und auch einen Mord des Location-Scout gestört?? Bei mir habe ich von gefährlichen Reptilien und Spinnen habe ich hier ein Glück noch nichts gehört..und was man nicht weiß, das macht ein nicht kalt..oder?

Bei mir gab es die erste Uni-Woche.. also eigentlich die erste, aber anscheinend ist es hier Brauch, das die Dozenten hier meistens (ganz nach eigenem Gutdünken und ohne Ankündigung) erst in der zweiten oder dritten Woche erscheinen. So saß ich am Montag in den ersten beiden Vorlesungen und es war beides mal kein Dozent anwesend, und von den Studenten auch nur so ein Viertel.. Organisation wird hier wie erwartet sehr klein geschrieben.. So gibt es zwar einen Timetable, der aber in den allermeisten Fächern nocheinmal wegen Zeit, Kurs, Ort geändert wird. Und so gingen quasi fast alle Tage (bis auf zwei Vorlesungen) zu, dass wir uns eine Stunde reinsaßen und am Ende wieder gegangen sind, weil keiner kam.. so habe ich trotzalledem meine Mitstudenten kennengelernt, und ein paar Informationen gesammelt.

So muss man nämlich 75% der Vorlesungen anwesend sein um am Ende das Exam mitzuschreiben. Vor den Exams gibt es noch zwei Vortests, CATs, die immer so im Abstand von 4 Wochen kommen. Allgemein ist der Unterricht hier sehr viel schulischer. Er besteht nämlich fast nur daraus, dass der Vorlesende etwas vorliest, und wir es, wie ein Diktat, nachschreiben. Weil die Akkustik auch sehr schwierig ist (wegen fehlendem Mikrofon, großen Klassen und Hallen und seeehr viel Baustellen(-lärm)) muss der Dozent die Satzbausteine immer mehrmals vorlesen, sodass das Verstehen des Satzes sehr stark in den Hintergrund rückt.

Die Inhalte der Vorlesung basieren sehr stark auf Definitionen. So haben wir nocheinmal im vierten (und letzten) Jahr des kurses Analytische Chemie nocheinmal die Definitionen Atome, Moleküle, einer chemischen Verbindung und einer Mischung aufgeschrieben. Bei einem neuen Thema, zum Beispiel der molecularity, wurde dann auch lediglich die Definition genannt ohne dann auf weitere Schlussfolgerungen, Ansätze etc. einzugehen: "The molecularity is the number of molecules that react in an elementary step. There are three possible molecularites: unimolecular, bimolecular, termolecular. In unimolecular reactions, the rearrangement of a single molecule produces one or more molecules of the product. Bimolecular reactions: a pair of molecules collide and exchange energy, atoms or group of atoms. A termolecular reactions involves three reactants, colliding simultaniously. Molecularity is the number of molecules that actually react in an elementary process and must be an integer of 1,2 or 3."...wiki?.. Das Thema ist dann abgeschlossen und es geht zum Nächsten. So schreiben wir dann immer ungefähr 4 DIN-A4-Seiten voll.

Es herrscht in der Klasse eine deutlich regere Kommunikation von Dozenten und Studenten, die auch sehr viel mehr Humor hat und viel persönlicher ist. So wird auch mal der der ein oder andere gediegen gedisst.
Praktikas habe ich auch noch eine Menge, bis jetzt aber erst die Einschreibungen dafür..

Den Rest des Alltags verbringe ich hier mit diversen Sportarten. Von Rugby, bis Tennis über Netball wird hier eigentlich so ziemlich alles gespielt und man kann sich einfach immer mit einbringen. Wenn man es Ernst meint kann man auch in den Unisport dann rein. Das ist dann aber sehr kompetetiv. Wir haben uns sehr gute Chancen beim Tischtennis ausgemahlt, weil die Kenianer echt nicht so gut dadrin zu scheinen sein. Es soll dann auch eine Liga geben, in der Mann die Uni repräsentiert und auch an andere Unis für die Spiele fährt.. mal gucken..
Im Marathon werden wir wohl wenig Chancen haben, denn um da die Uni vertreten zu können muss man so 2:20 Stunden schnell sein..

Ansonsten verstehe ich mich hier weiter sehr gut mit Viktor, ein Massai, der mich bereits zu einem Besuch zu seinem zu Hause, nahe des Lake Viktorias eingeladen hat. Mit Ishmail (oder auch Miles) mache ich in letzter Zeit ein bisschen Musik, der selber Gitarre spielt und mega gut singen kann.

Am Wochende gibts dann die erste Probe für den Marathon, nämlich einen Halbmarathon organisiert vom Roten Kreuz. Danach gehts ins Theater von Viktor zu dem Stück "I will marry when I want".

Bis dann, halt die Ohren steif!

 

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Bemerkungen :

  • user
    Thomas 08/09/2019 um 16:04
    Das hört sich ja alles sehr spannend an. Wie auch viele der Fächer wie Nanomaterialien, Elektrochemie ... - für die Steigerung des Lernertrags gibt’s da super Bücher :))). Mit der Lele :) und Miles hört sich im wahrsten Sinne des Worts super an :) Hoffentlich musste das Rote Kreuz nicht Arbeit bei Dir leisten, bei der kurzen Trainingszeit für den Halbmarathon. Weiter gute Erlebnisse! AL aus Marseille

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