Kenombia

Die erste Safari zum Longonot

Wild und holprig gehts zum ersten Mal auf ne Reise zu einem Vulkan.

Wamlambez rafiki Coco-Jan-bo ,

na du lässts dir aber gut gehen.. zur Karibik und Rum darf ne Zigarre ja eigentlich nicht fehlen?

Na bei mir wars eher aufregender aber dafür war wenig Platz für Luxus..
Lunis und Ich hatten ja schon die ganze Woche daraufhinrecherchiert das Wocheende die erste safari zu machen.. Lunis, der ja schonmal hier war, hat mich schon vorgewarnt, dass man wenig Informationen von Internet und Co. vertrauen kann. Unsere Entscheidung fiel dann auf den Mt. Longonot-Park, der zu Fuß erkundbar ist (aufgrund fehlender Prädatoren, bis auf Leoparden..), einen riesen Krater (3 Stunden Fußweg zur Umrundung) hat und einigermaßen gut zu erreichen ist.

Also Samstag früh auf den Weg gemacht und dann .. Stau .. Baustelle .. Nairobi .. Platten .. und schon war es 16 Uhr und wir waren immernoch eine Stunde von dem nächsten Checkpoint, Naivasha, entfernt. Dann habe Ich beschlossen auszusteigen und den restlichen Weg bis zum Eingang, wo ein Campingplatz wartet, querfeldein zu Laufen. Lunis wollte ein richtiges Bett haben, sodass wir uns für den nächsten Morgen verabredet haben.

Gleich beim Aussteigen wurde ich von einem doch eher unangenehmen Genossen empfangen, der mich beim Begrüßen mit seinem grünen Mundsaft betröpfelte. Nachdem er mir fünf Minuten gefolgt ist konnte ich ihn dann doch irgendwie mit einem Mix aus English und Kiswahili überzeugen mich ziehen zu lassen.. Wenn das die nächsten zwei Stunden so weiter geht, dachte ich... Aber der Rest des Weges war dann sehr friedlich. Auf den Feldern wurde hauptsächlich ein für Kenia spezieller Kohl (Sukuma, sehr lecker) und Mais (für Ugali) angebaut. Es kamen dauernd Kinder von überallher angerannt und um mich zu Begrüßen und mir Fragen zustellen. Einmal wurde ich dann doch kurz stutzig, als ein kleines Kind mich fragte ob ich "a k" für es habe? Es fragt nach einer AK, dachte ich mir?? Nun nach ein wenig Kiswahili, stellte sich raus, dass das Kind "gari, gari ya kucheza" also a car, ein Spielzeugauto von mir wollte. Ich musste leider verneinen, aber dann fiel mir ein, dass ich meine Mundharmonika dabei hatte, womit wir ein paar Minuten spielten bevor ich dann weiterging. Allgemein waren die Kinder alle super lieb, oft sehr schüchtern, aber sie machten den Weg echt gehenswert!

So bin ich dann nach zwei Stunden auch unten beim Campingplatz angekommen.. Nachdem ich dem mwenyenyumba zu dessen Verwunderung klarmachen konnte, dass ich in meiner Hängematte schlafen will (eine Hängematte ist in Kenia so unbekannt, wie Pasta, oder Rock'n'Roll)  ging es ums Preisverhandeln. Nach meinem Satz "hey, that are just two trees" verfiel sein Sohn Joffrey so ins Lachen, dass der Landlord eingenickt hatte und ich konnte mein Lager aufschlagen. Das Aufbauen der Hängematte wurde dann von allen Augen beobachten und auch anschließend ausprobiert (natürlich erst nach mir :D). Anschließend hat mir Joffrey noch den nächsten Ort gezeigt und ich konnte mich mit Früchten für den nächsten Tag eindecken.

Um 6:30 Uhr am nächsten Morgen stand ich nun vor dem Tor des Nationalparks.. und ich kam nicht rein.. laut mehrfacher Nachfrage aller möglicher Professoren an unserer Uni reicht unsere student id aus um den vergünstigten Eintritt (500 Ksh statt 26 USD) zu bekommen. Doch nichts da, wir brauchen noch einen richtigen student pass vom immigration office und eine persönliche Zustimmung vom KWS (Kenia Wildlife Service). Lunis kam ein wenig später und hat auch noch einmal versucht zu diskutieren.. aber leider nichts zu machen.. Nach dem Zusammenkratzen all unseres M-Pesa-Guthabens (das hier allgegenwärtige Handygeld) mussten wir einsehen, dass es nicht für beide reicht. Da ich am Montag mein ersten Unitag mit gleich sieben Stunden Unterricht eh nicht verpassen wollte, ist Lunis also reingegangen und ich bin den Heimweg angetreten..

Da ich ja noch den ganzen Tag vor mir hatte bin ich in der Nähe des Nationalparks durch die Savanne in Richtung Naivasha gelaufen. Und so kam ich auch noch auf meine Kosten und wurde mit einer Horde Gazellen und Zebras belohnt. Als die Wolken gegen Mittag aufklarten musste ich mich geschlagen geben und bin mit einem Matatu nach Naivasha reingefahren. Dort habe ich dann noch ein kleines Fischerviertel am Lake Naivasha besucht, wo es eine Runde Beachvolleyball mit den Einheimischen gab. Doch um die Tageszeit quasi unmöglich.

Der Rückweg lief dann ein kleinwenig schneller als der Hinweg und im Matatu von Nairobi nach Embu habe ich dann noch den law student und Rapper Young Ficey (https://soundcloud.com/oungicey) getroffen. Wir haben beschlossen sein Pasta Repertoire (das sich bis jetzt auf gekochte Nudeln mit gebratenem Fleisch beschränkt) ein wenig mit einer Tomatensauce (die hierzulande mit Ketchup gleichgesetzt wird) zu erweitern.

Jetzt kann ich mich noch ein wenig entspannen und morgen frisch in den ersten Unitag mit den Fächern 'Nanomaterials: A chemical approach to nanomaterials' und 'material science' starten.

Was gibts bei dir denn die Woche dann noch an Plänen und wie war der Technoraveee?
Alles Beste,
Peetah the Cheetah

 

 

 

 

Kommentare und Antworten

×

Name ist erforderlich!

Geben Sie einen gültigen Namen ein

Gültige E-Mail ist erforderlich!

Gib eine gültige E-Mail Adresse ein

Kommentar ist erforderlich!

Terms is required!

Please accept

* Diese Felder sind erforderlich.

Sei der erste der kommentiert

Kenombia - Artikelübersicht

Starting September 2019!
 

Der Gastbeitrag eines weiteren Kolumbien-Begeisterten!

Read more

Der Streik zwingt nun auch mich in die Knie, sodass es für mich an den zweitgrößten Süßwassersee der Welt geht.

Read more

Eine Reise ins Paradies und Streik, Streik, Streik!

Read more

Holla die Waldfee, endlich ist hier mal was los!

Read more

Ein kleiner Reisebericht in die wunderschönen Weiten des Meru Nationalparks..

Read more

Einige der schönsten Orte in Medellín, und ein Streik an den beiden öffentlichen Unis der Stadt

Read more

Uni und Unisport, Mensch und Tier, Insekt und Bakterium, Essen und Trinken, Spiel und Spaß.. einmal Queerbeet durch die letzten vier Wochen.

Read more

Erlebnisse in den Dörfern Antioquias und den Stadtvierteln von Medellín.

Read more

Die erste Uni-Woche und ein versuchter Fahrraddiebstahl!

Read more

Diesmal geht es zum Mount Kenya, den mit 5199m höchsten Berg Kenias und dem umliegenden Nationalpark.

Read more

Ein Tag in Guatapé, Streit um einen Felsen und etwas mehr...

Read more

Der Halbmarathon hier in Embu steht an..

Read more

..und mir soll noch einer mal sagen, ich wäre unorganisiert..

Read more

Das Ende der Jagd auf Pablo Escobar - vor meiner Haustür

Read more

Ein Technofestival, wie man es in Deutschland (zum Glück) noch nicht erlebt hat!

Read more

Wild und holprig gehts zum ersten Mal auf ne Reise zu einem Vulkan.

Read more

Auf der Isla de San Andres

Read more

Überwältigt von neuen Eindrücken ein bisschen querbeetiges Gequatsche..

Read more

Angekommen in der "Stadt des ewigen Frühlings"

Read more

Eindrücke aus Kenia und Kolumbien - Ab September 2019!

Read more